Schulentwicklung BMO

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Fachstelle Schulentwicklung

Fragen & Antworten

Warum soll die Arbeit der Schule so radikal geändert werden?

Wir alle wissen, dass sich die Schülerinnen und Schüler vielen neuen Anforderungen in Familie, Beruf und Gesellschaft stellen müssen. Es wird immer schwieriger sich in der Vielfalt der Wertangebote unserer Gesellschaft zurechtzufinden. Den gestiegenen Erwartungen im beruflichen Leben gewachsen zu sein sind Herausforderungen, denen sich die Schülerin und der Schüler, aber auch die Schule stellen müssen. Es ist notwendig, dass die Inhalte und Methoden auf diese Herausforderungen ausgerichtet sind.

Getragen von einem soliden Grundwissen sind der Erwerb wichtiger Schlüsselqualifikationen, sozialer Kompetenz und eines religiösen Orientierungsrahmens unsere primären Ziele. Die Strukturelemente in diesem Konzept sollen den verlässlichen und daher verbindlichen Rahmen für diese Arbeit geben. In diesem Sinne wollen wir erziehen und Bildung möglich machen.


Warum ist der ganztägige Schulbetrieb für unsere Schüler verpflichtend?

Unsere Ganztagsschule soll eine Lebensschule sein, mit der sich junge Menschen identifizieren können, in der sie als Person angesprochen werden, mit Leib und Seele, mit Kopf, Herz und Hand, und an der sie positive Lernerfahrungen machen und ein positives Selbstwertgefühl entwickeln können. Das erfordert Zeit und eine breite Palette zusätzlicher Angebote im Sinne eines umfassenden Bildungsverständnisses, das über die reine Wissensvermittlung hinausgeht. In diesem Sinne schafft nur die Verbindlichkeit für alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Ganztagsschule als ganztägige Schule zu gestalten.


Wie verträgt sich die ganztägige Schule mit den Aktivitäten der Kirchengemeinden, der Sportvereine, der Musikschulen und anderer Organisationen?

In aller Regel finden die Veranstaltungen oben genannter Organisationen nicht vor 16.00 Uhr statt, so dass es den Schülerinnen und Schülern möglich ist, daran teilzunehmen. Darüber hinaus versuchen unsere Schulen, im Rahmen ihrer ganztägigen Arbeit mit solchen Organisationen zusammenzuarbeiten.


Welche Abschlüsse können unsere Schülerinnen und Schüler an dieser neu gestalteten Schule erwerben?

Es können selbstverständlich alle Abschlüsse erreicht werden, die bislang in unseren und in staatlichen Schulen erworben werden konnten: Hauptschulabschluss nach Klasse 9, Hauptschulabschluss nach Klasse 10, Realschulabschluss nach Klasse 10 und der erweiterte Sekundarabschluss nach Klasse 10, der zum Wechsel in die gymnasiale Oberstufe berechtigt.


Erhalten unsere Schülerinnen und Schüler andere Zeugnisse als die Schüler staatlicher Schulen?

Unsere Abschlusszeugnisse entsprechen selbstverständlich den staatlichen Vorgaben. Auf dem Weg zu diesen Abschlusszeugnissen erfordert die neue Strukturierung von Unterricht und das Einüben neuer Lernformen eine Anpassung der Bewertung von Schülerleistungen. Dazu gehören fächerübergreifende Zensuren im „Fächerverbindenden Unterricht“ und Lernentwicklungsberichte über den individuellen Lernfortschritt im „Übenden Lernen“. All diese Elemente sind im staatlichen Zeugnis so nicht vorgesehen. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler vor dem Abschluss in Klasse 10 unsere Schule verlässt, erhält sie/er selbstverständlich ein Zeugnis nach staatlichen Maßgaben.


Lernen die Schülerinnen und Schüler in diesem Modell dasselbe wie in staatlichen Schulen?

Grundlage für unsere Arbeit sind die verpflichtenden staatlichen Lehrpläne. Im Rahmen dieser Vorgaben gibt es jedoch erhebliche Spielräume, die wir als freie Schule auch nutzen wollen. Eigenverantwortliches und fächerverbindendes Arbeiten werden auch in den staatlichen Vorgaben gefordert. Mit unserer Neukonzeption wollen wir für diese Ziele einen verbindlichen Rahmen schaffen.


Erhöhen sich die Chancen der Schülerinnen und Schüler, nach der Schulzeit eine Lehrstelle zu bekommen?

Wir haben den Anspruch, unsere Schüler qualitativ gut und angemessen auf die vor ihnen liegenden Aufgaben vorzubereiten. Berufsorientierende und berufsvorbereitende Maßnahmen wie Praktika, Betriebserkundungen, Informationen über die verschiedenen Berufe, Zusammenarbeit mit der Berufsberatung und vieles mehr haben einen hohen Stellenwert in unserer Arbeit.

Zur Berufsvorbereitung zählen aber auch der Erwerb eines soliden Grundwissens und wichtiger Schlüsselqualifikationen. Dazu gehört auch die Stärkung der Persönlichkeit durch soziale und religiöse Kompetenz. So setzen wir in diesem Bereich mit unserer Konzeption neue Akzente. Insofern haben wir die berechtigte Hoffnung, dass sich die Ausbildungschancen unserer Schülerinnen und Schüler deutlich erhöhen.


Werden die Schülerinnen und Schüler in dieser Schule angemessen auf den Übertritt in weiterführende Schulen vorbereitet?

Selbstverständlich haben wir den Anspruch, Schülerinnen und Schüler angemessen auf den Übertritt in weiterführende Schulen vorzubereiten. Es haben also nicht ausschließlich berufsorientierende und berufsvorbereitende Maßnahmen ihren Platz in Schule und Unterricht. Wir schaffen durch das Prinzip des individuellen und selbstgesteuerten Lernens Grundlagen zum Erwerb aufbauender Schulabschlüsse. Dazu trägt eine Profilbildung durch ein leistungsbezogenes Angebot bei.


Müssen die Schülerinnen und Schüler nach einem langen Schultag noch Hausaufgaben machen?

Die Ganztagsschule hat den Vorteil, dass für das wichtige Üben und Wiederholen deutlich mehr Zeit während der Schulzeit zur Verfügung steht. Es wird also keine regelmäßigen Hausaufgaben geben. Dieser Grundsatz schließt nicht aus, dass die Schülerinnen und Schüler auch zuhause am Unterrichtsstoff arbeiten, wenn dies notwendig ist.


Gibt es Schulen, die nach einem ähnlichen Modell arbeiten und wie erfolgreich sind diese Schulen?

Alle kirchlichen Schulen im Bistum Rottenburg-Stuttgart arbeiten nach einem ähnlichen Modell, dem sog. Marchtaler Plan. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben sich im Rahmen mehrerer Besuche davon überzeugt, wie erfolgreich diese Schulen mit Blick auf das Leistungsniveau und die Zufriedenheit von Schülern und Lehrern arbeiten.


In welcher Weise werden die Lehrkräfte für diese anspruchsvolle Aufgabe qualifiziert?

Der Schulträger hat ein sehr umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm für unsere Lehrkräfte beschlossen und dazu die »Fachstelle Schulentwicklung« in Stapelfeld eingerichtet. Diese Fachstelle hat die Aufgabe, alle erforderlichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu planen und zu koordinieren. Darüber hinaus werden Wissenschaftler der Universität Vechta unser Projekt in den nächsten Jahren begleiten und kritisch überprüfen.


In welcher Weise werden die Eltern in die Arbeit der Schule einbezogen?

Die Zusammenarbeit der Schule mit den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler ist ein unverzichtbares Anliegen. Sie wird sich nicht nur auf die Mitarbeit der Eltern in den gewählten Gremien beziehen. Die Erstellung individueller Förderpläne, die regelmäßige Überprüfung des bisher Erreichten oder vielleicht noch nicht Erreichten und die Gestaltung des Schullebens machen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unabdingbar und sind daher für beide Seiten verpflichtend.

Die Ganztagsschule lebt u. a. von den vielen zusätzlichen Angeboten. Je vielfältiger dieses Angebot ist desto mehr gelingt es, die individuellen Stärken und Neigungen der Schülerinnen und Schüler anzusprechen. Es gibt viele gelungene Beispiele dafür, dass Eltern ihre fachlichen bzw. berufsspezifischen Fähigkeiten in diese Arbeit einbringen. In diesem Sinne setzen wir auf das aktive Mitwirken der Eltern, wo immer es möglich ist.


Ist die Schule für ein so anspruchsvolles Arbeiten auch entsprechend ausgestattet?

Die Ausstattung unserer Schulen ist insgesamt gut, zum Teil sehr gut. Speziell für den Ganztagesbetrieb ermöglicht der Schulträger zusätzlich zur vorhandenen Ausstattung die Einrichtung einer Mensa, eines Ruhebereichs mit Lese- und Arbeitsplätzen sowie einer Werkstatt für das handwerkliche Arbeiten und weitere Fachräume.